Konsequente Harmonisierung statt schwaches Konkordat

An der Delegiertenversammlung vom 25. April 2010 hat der Verband der Schweizer Studierendenschaften einstimmig beschlossen, eine Initiative zur Harmonisierung der 26 Stipendienwesen zu lancieren. Nach Jahrzehnten einer schwammigen Politik mit mehr Rückschritten statt lösungsorientierten Vorschlägen werden die Studierenden selber aktiv und strafen so die Zeitspieler im Bund und in den Kantonen.

Nur 29% der Studierenden kriegt monatlich von den Eltern einen kostendeckenden Betrag aufs Konto überwiesen, um damit Studiengebühren, Bücher, Büromaterial, Essen, Trinken, Kleider, Schuhe, Miete, Energieverbrauch, Kehrichtgebühren, Gesundheitspflege, Krankenkasse, Verkehrsauslagen, Telefon, Internet und elektronische Geräte (wie zum Beispiel ein Laptop) zu finanzieren. 14% der Studierenden können überhaupt nicht auf eine finanzielle Unterstützung durch ihre Eltern zählen.

Weiter geben mehr als 70% der Studierenden an, einer regelmässigen oder unregelmässigen Arbeit nachzugehen. Oft hat dies einen verzögernden Effekt auf die Studienzeitdauer. Fast 40% der Studierenden gehen davon aus, die Regelstudienzeit nicht einhalten zu können, oder haben diese bereits überschritten. Je mehr neben dem Studium gearbeitet werden muss, desto eher kann davon ausgegangen werden, dass logistisch-strukturelle Probleme auftreten, wie zum Beispiel die Unvereinbarkeit von Veranstaltungen mit der Arbeitszeit.

Überschattet werden diese Erkenntisse von der Tatsache, dass lediglich rund 14% der Studierenden ein Stipendium erhalten. Das Stipendiensystem unterscheidet sich von Kanton zu Kanton, was auch bedeutet dass die Chance auf ein Stipendium und dessen Höhe  je nach Wohnkanton extrem variiert. Ausserdem sind die Beiträge oft kaum kostendeckend für ein Studium.

Der VSS setzt sich nun dafür ein, dass diese Situation sich ändert. Statt 26 Systemen und ein schwaches Konkordat soll eine Verfassungsänderung ein justiziables, einheitliches System garantieren. Dies, damit wir die Chancengleichheit garantieren können, damit die freie Wahl des Studiums gewährleistet ist und damit die Stipendien auch kostendeckend sind – nicht damit auch StipendienbezügerInnen noch neben dem Studium jobben müssen.

Damit wir in der Schweiz ein gerechtes System haben, dass Studierende unterstützt. Denn dies ist eine Investition in die Zukunft; in den Nachwuchs der Schweiz!

Weitere Informationen gibt’s beim VSS!

Die Zahlen beziehen sich auf folgende Publikation:
Dell’Ambrogio, Piera, Jean-Marc Rinaldi und Jean-François Stassen (2009). Studieren nach Bologna – die Sicht der Studierenden. Resultate der nationalen Studierendenbefragung zu den Studienbedingungen an den Schweizer Universitäten 2008. Hrsg.: Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS), Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS). Bern: Ackermanndruck AG.


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